SprachRohrPost Nr. 36

Liebe Einrichtungsleitungen, liebe pädagogische Fachkräfte, liebe Kolleg*innen,

Schnee auf der Straße, Schnee im Garten und auf dem Außengelände – alles ist gefroren und kalt. Unsere Mobilität ist eingeschränkt, Fahrradwege sind nicht befahrbar und die Straßen müssen erst freigeräumt werden. Das Leben hat sich verlangsamt, der gewohnte Rhythmus kann nicht eingehalten werden. Wer hinspüren mag, entdeckt, dass diese Verlangsamung auch guttun kann und ein wenig den Druck aus dem Tagesablauf nimmt. Kinder, die sprechen lernen, profitieren von Verlangsamung. Sie brauchen die Pausen. Im Tagesablauf, um Erlebtes zu verarbeiten, in der Sprache, um Wörter zu finden und dem selbst gesprochenen Wort hinterherspüren zu können. In den Pausen kann das Wort seine Wirkung entfalten und das Kind sich mit seiner Bedeutung verbinden. Für die Pausen müssen die Erwachsenen sorgen. Ruhige Zeiten im Tagesablauf ermöglichen. Für die Unterstützung der Sprachentwicklung den Pausen Aufmerksamkeit schenken. Zuhören. Abwarten. Raum geben und betrachten, wie sich die Worte bilden und im Kind verorten.

Nutzen wir die Winterstimmung, um uns darin zu üben, zu verlangsamen und die Pausen wirken zu lassen.

Herzliche Grüße von den Mitarbeiterinnen des DialogWerk

1) Bedeutung des Draußenspiels

Der wichtigste Funktionsraum in der Kindertagesstätte ist der Garten, das Außengelände. Kinder benötigen für ihre Entwicklung und speziell für die Sprachenwicklung grobmotorische Bewegung. Mit Bewegung lernt es sich leichter, durch Bewegung und frische Luft werden Erfahrungen abgespeichert und vernetzt. Gerade stehen uns im Garten Wintererfahrungen zur Verfügung: wie fühlt sich Schnee an, was kann alles im Eis festgefroren werden? Und das Beste ist, dass zu jeder Kindertagesstätte ein Außengelände dazu gehört. Auch im Winter!

2) Sprachlehrstrategie: Verbessertes Wiederholen

Um Kinder in ihrem Sprachlernen zu unterstützen muss mit ihnen gesprochen werden. Sie brauchen Sprache als Vorbild, visuell durch die Beobachtung der Gesichts- und Mundmotorik des Vorbildes und akustisch, in dem sie Sprache hören. Damit sich ihre eigenen sprachlichen Äußerungen, die fehlerhaft formuliert sind, nicht verfestigen und zur Gewohnheit werden, benötigt das sprachlernende Kind eine korrigierte Wiederholung des Gesprochenen, ohne dass dem Kind explizit der Fehler seiner Äußerung bewusst wird. Wertschätzende, korrigierte Wiederholung des gesprochenen Wortes oder Satzes.

3) Ideen für schweigende und stille Kinder
Kinder, die kaum oder gar nicht sprechen fallen im Gruppen- und Kindergartenalltag wenig auf. Sie hören zu, nehmen wenig Raum ein, immer in der Gefahr, übersehen zu werden. Diese Kinder fordern uns nicht auf, mit ihnen in Kontakt und in Gespräche zu gehen. Aber gerade sie benötigen Aufmerksamkeit und Zeit zum Sprechen. Das Infoblatt beleuchtet diese Situation und gibt praktische Anregungen zum Kontakt mit schweigenden Kindern.

4) Sprachförderspiel Wasserperlen
Wer kennt sie schon, die Wasserperlen? Kleine, trockene, bunte, biologisch abbaubare Kügelchen, die im Wasser aufschwemmen und leicht glibberig werden. Sie sprechen unmittelbar die taktile Erfahrung der spielenden Kinder an, laden aber auch ein, zu experimentieren und zu beobachten. Verschiedene Spielideen sind hier zu finden.

5) Speak-Dating  

Ein neues Format im DialogWerk! Wir kommen in die Einrichtung und stellen Zeit zum Fragen und zum fachlichen Austausch zu Verfügung. Kleine Zeitslots zum Sprechen. Spannend, wer sich dort mit wem trifft.

6) Einladungen zu Veranstaltungen 

Termine mit vielen Ideen und Themenvorschlägen: 

Hier geht es zu den aktuellen Fortbildungen

Herzliche Grüße von den Mitarbeiterinnen des DialogWerk