SprachRohrPost Nr. 35

Liebe Einrichtungsleitungen, liebe pädagogische Fachkräfte, liebe Kolleg*innen,

Wie gehen wir mit Veränderungen um?
Wer sitzt gern auf seinem angestammten Platz beim Frühstück? Wer freut sich auf das Martinsfest, den Laternenumzug, weil es immer schöne Lichter im Dunkel gibt und Brezeln und Kinderpunsch nach der Runde mit Laternengesang? Wir mögen die Wiederholung. Wir mögen es, wenn wir eine innere Vorstellung von einer Situation haben und uns schon in Gedanken im Voraus damit beschäftigen und darauf einstellen können. Vorfreude ist die schönste Freude. Sie gibt uns Sicherheit und Orientierung. Kinder lernen diese Situationen erst kennen. Sie bilden im Laufe ihrer Entwicklung sogenannte „Scripts“ von Abläufen und Erfahrungen: So findet gemeinsames Frühstück statt, so feiern wir einen Laternenumzug, so fühlt sich das an und so geht es mir in dieser Situation. Mit Gesprächspartner*innen kann diese Erfahrungen geteilt, Worte dafür entwickelt und gefestigt werden. Die Verlässlichkeit und Wiederholung sind dafür wertvolle Prozessbegleiterinnen.  Wieviel Veränderungen brauchen wir und wie gehen wir damit um? Sie machen die Würze unseres Lebens aus. Sie bringen Impulse und neue Gedanken, Erfahrungen werden erweitert, neue Räume erschlossen und neue Worte gefunden. Kinder brauchen diese Impulse im täglichen Spiel durch Erweiterung des Materials und der Räumlichkeiten. Erweiterungen auf der Basis verlässlicher Abläufe und Rituale.
Im DialogWerk bleiben die Strukturen und der Hauptteil der Mitarbeiterinnen die verlässliche Basis unserer Arbeit. Die Hauptinitiatorin der DialogWerk-Arbeit geht Endes des Jahres 2025 in den Ruhestand und somit ist eine Veränderung gegeben. Wir verabschieden Beate Hamilton-Kohn aus unserer Arbeit in großer Dankbarkeit für alle guten Fragen, weiten Ausblicke und kreativen Arbeitsprozesse. Wir wünschen ihr, dass sie weiterhin den Blick auf die etwas andere Möglichkeit halten kann, dass geradlinige Wege durch kreative Schleifen interessant und belebend werden und gute Impulse ihre Wirkung entfalten können. Wir leben die Veränderung, entwickeln neue Fragen, beobachten veränderte Prozesse und sind zuversichtlich, dass das DialogWerk diese Veränderung als Impuls aufnehmen und umsetzen wird. 

Herzliche Grüße von den Mitarbeiterinnen des DialogWerk

1) Sustained Shared Thinking – Nachdenken mit Kindern (Sprachlehrstrategie)
Nachdenken macht Spaß, es fordert uns heraus wie Seilspringen oder andere körperliche Tätigkeiten. Es bringt uns mit unseren eigenen Fähigkeiten in Beziehung. Das Erleben von Fragestellung und Antwort ist wie ein Puzzleteil, welches an die richtige Stelle gesetzt wird. Nachdenken erzeugt Selbstwirksamkeit auch ohne die „richtige“ Antwort zu finden.  In einem sozialen Bezug, im Austausch mit anderen Menschen, Kindern oder Erwachsenen, schafft es Verbindung und ein Gefühl der Gemeinschaft. „Was wäre wenn…?“

2) Mehrsprachigkeit in der Eingewöhnung

Der Übergang des Kindes aus seinem familiären Umfeld in die institutionelle Betreuung durch Krippe oder Kindergarten ist ein großer biographischer Schritt. Wie gelingt es dem einzelnen Kind seine Erfahrungen und Entwicklungsfähigkeiten mit in die neue Lebensumgebung zu nehmen? Für Kinder mit unterschiedlichen Familiensprachen ist dies eine große Herausforderung, da die Abstraktion der Erfahrungen über die Sprache möglicherweise noch nicht gegeben ist. Hier knüpft der pädagogische Auftrag an: Wie können wir das Kind mit seinen Fähigkeiten kennenlernen, wie können dessen individuellen Lernerfahrungen für uns zugänglich werden? Nicht alle Eingewöhnungen verlaufen reibungslos. Das Infoblatt ist als Anregung und Unterstützung für die Familien und Kinder gedacht, bei denen noch einmal genauer hingeschaut werden könnte.

3) Riechspiele zur Förderung der Mundmotorik
Die Wahrnehmung von Gerüchen ist ein wichtiger Teil im Kanon der Sinnessentwicklung. Geruchswahrnehmung ist eng verbunden mit sprachlicher Wortfindung. Auf der motorischen Ebene erzeugt die Tätigkeit des Riechens auch eine Unterstützung der Mundmotorik. Riechen fördert den Mundschluss und die Platzierung der Zunge in der Zungenruhelage. Die Vorweihnachtszeit bietet viele intensive Duftspuren.  Spürhunde aufgepasst  - hier geht es zu verschiedenen Spielen in denen viel geschnüffelt wird.

4) Bundesweiter Vorlesetag: Warum mehrsprachiges Vorlesen wichtig ist
Mehrsprachigkeit gehört für Kinder inzwischen zum Alltag: sei es in Kita, Schule, Erstaufnahmeeinrichtung oder der eigenen Familie. Diese Vielfalt sollte man wertschätzen und fördern – zum Beispiel durch mehrsprachiges Vorlesen. Welchen Mehrwert mehrsprachiges Vorlesen darüber hinaus hat, erfährt man im Video von Natascha Fröhlich vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften und Teresa Karger von der Stiftung Lesen. Dort finden sich auch mehrsprachige Bilderbücher im Einsatz für Krippe und Kita zum kostenfreien Download in mehreren Sprachen. Viel Spaß beim Stöbern! 

Flyer Angebote im Haus der Familie

Checklisten & Lesetipps – Bundesweiter Vorlesetag

5) 15. Jubiläumsjahr des DialogWerk  &  Einladung zum AG "Leitungsnetzwerk" und der Verabschiedung von Beate Hamilton-Kohn 
Das DialogWerk wird 15 Jahre alt – ein Geburtstag der Anlass gibt, auf den Verlauf der Zeit zu blicken, sich über viele Begegnungen zu freuen, über Gespräche und Impulse. Vor allem aber sind wir, Mitarbeiterinnen und Organisatorinnen des DialogWerk sehr dankbar über die fachliche und konstruktive Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften der vielfältigen Krippen und Kindertagesstätten in Braunschweig. Wir freuen uns auf das 15. Geburtstagsjahr!
Mit Ende des Jahres 2025 wird unsere Abteilungsleiterin Beate Hamilton-Kohn in den Ruhestand gehen.
Die AG Leitungsnetzwerk trifft sich am 04. Dezember 2025 um 14 Uhr wie immer in der Güldenstraße 19.
Wir laden alle Leitungen zu dieser letzten Veranstaltung mit Beate Hamilton-Kohn sehr herzlich ein.

Bildershow 15 Jahre DialogWerk

6) Einladungen zu Veranstaltungen 

Termine mit vielen Ideen und Themenvorschlägen: 

  • Für November und Februar werden wieder Online-Vorträge mit externen Referentinnen angeboten, Prof. Olga Aldinger und Mirjam Daum von der TU Braunschweig sowie Susanne Kühn, Bildungsreferentin aus Hamburg stattfinden.
    zur Anmeldung
     
  • Unsere langjährige Kollegin Leyla Şimșek wird weiterhin mit wenigen Stunden am DialogWerk angebunden sein und bietet für kurze Zeit Veranstaltungen zum Thema Mehrsprachigkeit an.
    Angebote für Studientage und Dienstbesprechung zum Thema Mehrsprachigkeit
     
  • Die Planung der Studientage wird mit dem Beginn des neuen Jahres noch einmal aktuell. Folgende Themen bieten wir in unserem Team zur Gestaltung der Studientage an: Schule in Sicht, Sprachentwicklung und Sprachauffälligkeiten, Sprachbegleitung in der offenen Arbeit, Achtsame Sprache und gehirnbasierte Kommunikation, Sprachförderung in der pädagogische Begleitung, Übergänge im Alltag sprachlich gestalten, Sprachverständnis, Mundmotorik und ihre zentrale Bedeutung, ,… Die Planung der Studientage und Dienstbesprechungen wird immer sehr individuell der jeweiligen Situation vor Ort und der Mitarbeitenden angepasst. Wir freuen uns auf die Jahresplanung sprechen Sie uns gerne an!  

Hier geht es zu den aktuellen Fortbildungen

Herzliche Grüße von den Mitarbeiterinnen des DialogWerk